Wahrnehmungsstörung
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Wahrnehmungsstörungen werden auch Reizverarbeitungsstörungen genannt.
Die Wahrnehmungsstörung betrifft die Nah-Sinne, also Tasten, Schmecken und Riechen. Wenn die Fern-Sinne Hören oder Sehen eingeschränkt sind, wird in der Regel von Hör- und Sehbehinderungen und nicht von Wahrnehmungsstörungen gesprochen, wobei dies nicht zwangsläufig so sein muss. Dazu gibt es eine Eigen- und Fremdwahrnehmung und ein sogenanntes Körperschema (die Wahrnehmung des eigenen Körpers und dessen Wirkung (von Kraft (Tiefenwahrnehmung) etc.)) und dazu der Gleichgewichtssinn.
Bei einer Wahrnehmungsstörung kann die Reizaufnahme durch das entsprechende Organ unauffällig und ausschließlich die Verarbeitung im Gehirn gestört sein. Viele auffällige Verhaltensweisen haben ihren Ursprung in einer Wahrnehmungsstörung. Viele Menschen mit Reizverarbeitungsstörungen stimulieren sich selber, da sie keine für sich angemessenen Reize von Außen erhalten.
Gründe für die Wahrnehmungsstörung können körperliche Behinderungen sein, da die Menschen mit solchen, bestimmte Reizerfahrungen nicht machen können, die uneingeschränkte Menschen erleben, geistige Behinderungen, psychische Behinderungen und Krankheiten, wie Autismus, Schizophrenie oder Manien; aber auch Faktoren, wie reizarme Umgebung in der Kindheit oder Vernachlässigung bergen eine erhöhte Disposition für Wahrnehmungsstörungen.
Diese Störung äußert sich unter anderem darin, dass die eingegebenen Reize nicht nach Gewichtigkeit sortiert werden können, das heißt eine Überreizung stattfindet. Das bedeutet, dass die Person bei vielen und diffusen Reizen, auf irgendeine Weise unangemessen reagiert, beispielsweise mit Angst, Wut aber auch Rückzug und Apathie oder stereotypen Verhalten. Bei einer vorhandenen Wahrnehmungsstörung ist es notwendig gezielte und konkrete Reize in einzelnen Bereichen anzubieten um die Organe zu trainieren. Wenn man den beispielsweise den visuellen Sinn ansprechen möchte, also den Sinn, der das Sehen betrifft, alle anderen Sinne möglichst abzuschirmen, z.B. die Musik auszumachen. Man kann sich dabei an dem Konzept der Basalen Stimulation nach Fröhlich oder dem Snoezelen Konzept mit dem "White Room" (Reizfreier Raum) nach Ad Verheul/Hulsegge orientieren.
Es gibt auch die Möglichkeit, dass konkrete Reize als sehr stark oder schwach oder gar nicht empfunden werden. Bei einer zu starken Wahrnehmung eines Reizes (Hypersensibilität), kann man versuchen dieses Organ zu desensibilisieren, also so zu trainieren, dass der Reiz angemessen wahrgenommen werden kann. Bei einer zu schwachen Wahrnehmung (Hyposensibiliät) muss man das Organ dementsprechend sensibilisieren, das heißt immer wieder bewusst hervorheben. Es gibt auch hierzu Konzepte, auch einige, die sich sehr gut in den Alltag integrieren lassen und nicht als gesondertes Angebot unterbreitet werden muss. (Bobath-Konzept, Basale Stimulation in der Pflege)
Eine Wahrnehmungsstörung darf in keinem Fall mit einer Halluzination verwechselt werden. Grundlegender Unterschied ist, dass bei einer Halluzination kein adäquater Reiz vorhanden ist.
Weitere Handlungskonzepte bzw. Therapien für Menschen mit Wahrnehmungsstörungen sind z.B. die "Sensorische Integration" (nach Ayres) oder das Affolter-Konzept (nach Affolter).
