Retinitis Pigmentosa

From REHAkids Wiki

Jump to: navigation, search

Retinitis Pigmentosa (auch bekannt unter der Abkürzung RP) ist die Bezeichung für eine Gruppe erblicher Netzhauterkrankungen. Diese Erkrankung hat eine Zerstörung der Netzhaut im Auge zur Folge und bringt somit einen progressiven Verlauf mit sich. Je nachdem wie die Krankheit verläuft, kann diese zur vollständigen Erblindung führen, jedoch nicht zwingend. Weltweit sind schätzungsweise 1 bis 3 Millionen Menschen an einer Form dieser Krankheit erkrankt. Meistens bricht die Krankheit im Kindes- oder mittleren Lebensalter aus.

Inhaltsverzeichnis

Wie wirkt sich diese Erkrankung aufs Sehen aus

Gesichtfeldeinschränkung

So beginnt in den meisten Fällen diese Erkrankung. Nach und nach, oft unbemerkt, verkleinert sich der Winkel, in dem man noch Sachen sieht, die sich neben einem befinden. Zu Beginn sieht man noch ein wenig seitlich von sich, dann nichts mehr auf der Seite und nur noch so breit wie großes Abwasserrohr (wie auf dem Bau verwendet wird) und zum Schluss kann das Gesichtsfeld so klein werden, dass man nur noch wie durch eine WC-Papier-Rolle sieht oder es sogar noch kleiner ist. Alleine dieser Ausfall des Gesichtsfeld kann zur vollständigen Erblindung führen.

bild:Normales_Gesichtsfeld.jpg bild:eingeschränktes_Gesichtsfeld.jpg (Quelle: http://www.retina.ch)

Bild links: Jemand normal sehendes

Bild rechts: Jemand mit einem stark eingeschränkten Gesichtsfeld (Genau das gleiche Bild)

Nachtblindheit

Hier merkt der/die Betroffene das erste Mal meistens, dass mit seinen Augen irgendetwas nicht stimmt. Jedoch kann die langsam zunehmende Gesichtsfeldeinschränkung schon vorher begonnen haben, wurde jedoch vom Betroffenen nicht wahrgenommen. Dabei sieht man im Dunkeln immer weniger und somit mit der Zeit nur noch helle Lichter oder Flächen.

bild:Nachtblindheit.jpg (Quelle: http://www.retina.ch)

Links und rechts im Bild sieht man, wie eine normal sehende Person in der Nacht sieht. Der dunkles Streifen in der Mitte zeigt auf, wie eine Person mit Nachtblindheit in der Nacht sieht. (Es ist genau das gleiche Bild)

Anpassung an neue Lichtverhältnisse

Eine weiterer Faktor, der oft mit der Nachtblindheit zusammen auftritt, ist die Anpassungszeit an neue Lichtverhältnisse. Diese sind viel langsamer als bei einem normalsehenden Menschen. Auf den Bildern kann man es sehr gut sehen, wie lange die Augen brauchen, um sich anzupassen.

bild:Anpassungszeit normal.jpg bild:Anpassungszeit mit RP.jpg (Quelle: http://www.retina.ch)

Bild links: Jemand normal Sehendes kommt in ein Haus.

Bild rechts: Jemand mit einer langsamen Anpassung an die neuen Lichtverhältnisse kommt in ein Haus.

Blendeempfindlichkeit

Auch diese Erscheinung merkt man im Verlaufe der Krankheit sehr schnell, denn man hat sehr starke Probleme im Freien oder in Räumen, wo ein helles Licht ist. Es schmerzt auf eine Art und man sieht nur noch eine weiße Wand. Dieses Phänomen kann man mit speziellen Sonnenbrillen mit medizinischen Filtern gut kompensieren. Da es ganz verschiedene Stärken des Herausfilterns und verschiedene Arten von Gläsern gibt, kann man jeder Person individuell eine Spezialsonnenbrille herstellen lassen. Bei Bedarf ist es des Weiteren möglich, die vorhandenen Glässer weiter einfärben zu lassen, damit sie noch weniger Helligkeit durchlassen.

bild:Blendeempfindlichkeit_normal.jpg bild:Blendeempfindlichkeit_mit_RP.jpg (Quelle: http://www.retina.ch)

Bild links: Jemand normal sehendes

Bild rechts: Jemand mit einer Blendeempfindlichkeit

Sehschärfe

Bei vielen Betroffenen bleibt die Sehschärfe sehr lange und auch gut erhalten, denn diese Netzhauterkrankung greift nicht vorwiegend die Sehschärfe an, sondern eben das Gesichtsfeld und die Funktionen, die für das Tag- und Nachtsehen verantwortlich sind. In Einzelfällen geht jedoch eine relativ stabile Gesichtsfeldgröße mit einer abnehmenden Sehschärfe einher.

In welchen Zusammensetzungen kann die Erkrankung auftreten?

Beispiel 1

Diese Person hat eine sehr gute Sehschärfe von ca. 65% Sehschärfe, jedoch besitzt sie nur noch ein ganz kleines Gesichtsfeld von 7°. Dazu kommt noch, dass sie eine sehr starke Blendempfindlichkeit hat.

Beispiel 2

Sie hat eine recht gute Sehschärfe und kann noch gut Zeitungen lesen ohne größere Probleme. Vom Gesichtsfeld her hat sie noch einen guten Ausschnitt (im Vergleich zu Beispiel 1), jedoch kann sie vor allem in der Dunkelheit wenig bis nichts sehen.

Beispiel 3

Ausbruch der Krankheit vor 5 Jahren. Kein gleichmäßiger Verlauf, sondern in Schüben. Zur Zeit ein Gesichtsfeld von ca. 10° und eine Sehschärfe auf dem linken Auge von 6 und auf dem rechten von 12%. Dazu kommt eine recht starke Blendempfindlichkeit, größere Probleme mit der Anpassung an die Lichtverhältnisse. Geringere Nachtblindheit, so dass an bekannten Orten eine Orientierung auch ohne weißen Stock möglich ist.

Schlussfolgerung

Anhand dieser 3 Beispiele kann man gut sehen, dass der Krankheitsverlauf bei jeder Person anders ist, obwohl sie die gleiche Erkrankung haben. Dies erschwert auch den Ärzten, eine verlässliche Prognose stellen zu können.

Behandlungsmöglichkeiten

Beim heutigen Wissensstand (Januar 07) ist keine Behandlungsmöglichkeit gegen diese Netzhauterkrankung den Ärzten bekannt. Es wurden schon mehrere Versuche unternommen, jedoch bei keinem kam ein wirklich gutes Resultat heraus, das man beim Menschen umsetzen könnte.

Eine große Hoffnung der Menschen mit dieser Erkrankung stützt sich auf ein Projekt, an dem zur Zeit in Amerika stark geforscht wird. Dies ist ein sogenannter "Retina Chip", der in die Netzhaut eingepflanzt wird und wieder Signale sendet. Zur Zeit kommt es nur bei Menschen zum Einsatz, die nichts mehr sehen können. Bei sehenden Personen ist die Gefahr zur Zeit zu groß, dass noch erhaltene Sehkraft usw. verloren geht.

Weiter wird auch auf dem Gebiet der Gentherapie und medikamentösen Therapie geforscht. So ist zur Zeit ein Therapieversuch mit Gentherapie und einer mit einem Medikament in den USA im Gang. Jedoch muss man noch einige Zeit warten, bis man weß, ob diese Therapieversuche hilfreich sind.


Informative Homepages zu dieser Netzhautkrankheit:

Persönliche Werkzeuge