PEG

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Fresenius PEG, CH 9
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Fresenius PEG, CH 9
PEG ist die Abkürzung für
perkutane (durch die Haut)
endoskopische (mit Magenspiegelung)
Gastrostomie (künstlicher Magenzugang)

Der Ausdruck "PEG" wird für das Stoma selbst benutzt, aber auch für die Sonde selbst. Korrekterweise müsste diese eigentlich PEG-Sonde heißen. Die Öffnung selbst ist ein Gastrostoma (griech. gaster: Bauch, Magen und griech. stoma: Mund, Öffnung), also ein Zugang zum Magen.

Sie hat innen eine Halteplatte, damit sie nicht durch das Stoma rutschen kann. Daran fest angebracht ist ein Schlauch. Außen ist eine verschiebliche äußere Halteplatte, damit man die Lage fixieren kann.

Durch die PEG kann man Nahrung und Flüssigkeit oder auch nur eines von beiden geben, jenachdem was nötig ist.

Inhaltsverzeichnis

Indikationen

Eine PEG wird benötigt, wenn ein Kind nicht genug Flüssigkeit und/oder Nahrung über den Mund zu sich nehmen kann, um ausreichend versorgt zu sein. Das kann bei folgenden Problemen der Fall sein.

  • Schluckstörungen = Dysphagie
  • anatomische Hindernisse (Ösophagusatresien, usw.)
  • zu geringe Nahrungsaufnahme (durch Verweigerung, Wahrnehmungsstörungen, zu wenig Kraft, o.ä.)
  • erhöhter Bedarf an Kalorien, Flüssigkeit (z.B. bei Mukoviscidose)

PEG-Anlage

Es gibt zwei Möglichkeiten der Anlage einer Gastrostomie

  • Die am häufigsten verwendete ist die sogenannte Fadendurchzugmethode. Dazu wird (meist in Vollnarkose) ein Endoskop durch die Speiseröhre in den Magen vorgeschoben, der Magen wird aufgeblasen, um die Sicht zu verbessern. Dann wird von innen nach außen durchgeleuchtet. Dort, wo es deutlich leuchtet, wird ein kleiner Schnitt gemacht und mit einer Nadel ein Faden eingeführt. Dieser wird mit dem Endoskop ergriffen und durch die Speiseröhre nach draußen gezogen. Daran wird nun die PEG-Sonde mit dem Schlauch und der inneren Halteplatte befestigt, sodass man sie am Faden in den Magen hineinziehen kann, bis die Halteplatte an der Magenwand anliegt und der Schlauch aus dem Stoma herausführt. Dann wird die äußere Halteplatte auf den Schlauch aufgezogen und fest an der Bauchwand angezogen und darf einige Zeit nicht gelockert werden, damit sich das Stoma gut ausbildern kann und kein Spalt in den Bauchraum möglich wird. Das könnte eine Bauchfellentzündung hervorrufen. Wie lange die Platte nicht gelockert werden darf, ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich (6 - 48 h). Dies ist im eigentlichen Sinne die PEG.
  • Die zweite Methode ist keine PEG (weil sie nicht endoskopisch eingebracht ist): die chirurgische Anlage, bei der mit einem bauchchirurgischen Eingriff eine Fistel gelegt wird (Witzel-Fistel). Diese Methode wurde seit Einführung der endoskopischen Anlage einer PEG zu weiten Teilen verdrängt.

Pflege des Stomas

PEG mit Schlitzkompresse
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PEG mit Schlitzkompresse
Um Entzündungen vorzubeugen, muss das Stoma regelmäßig von Grind und Verkrustungen gereinigt werden. Je nach individuellen Problemen variiert die Häufigkeit zwischen 2x tgl. und ca. alle 2 Tage. Medizinisch empfohlen sind Desinfektionsmittel, Schlitzkompressen und Pflaster zum Abdecken. Allerdings werden in der häuslichen Umgebung mit gutem Erfolg oft nur Wasser oder Öle zur Pflege benutzt. Auch das Abdecken wird weggelassen oder das Stoma nur mit einer Schlitzkompresse versehen, deren Schlitz mit Pflaster zugeklebt wird. Somit fallen die Hautreizungen durch Pflaster weg.

Austauschsonden

Austauschsonden sind Sonden, die man ohne Endoskopie oder Operation wechseln kann. Sie haben innen keine Halteplatte, sondern einen Ballon oder eine andere Vorrichtung, die man so schmal verkleinern kann, dass sie durch das Stoma passen. So kann man einen Wechsel zuhause und ohne Narkose durchführen. Ein Nachteil ist jedoch, dass die Austauschsonde selbst aus dem Stoma rutschen kann, wenn der Ballon defekt ist. Wenn dies unbemerkt geschieht, besteht die Gefahr, dass das Stoma innerhalb weniger Stunden zuwächst. Am besten ist es, direkt eine neue Sonde einzuführen oder einen Platzhalter einzusetzen (z.B. Blasenkatheter, Absaugkatheter), um das Stoma offenzuhalten.

Es gibt 2 Arten von Austauschsonden:

  • Ein Gastrotube hat innen einen Ballon und außen wie die PEG-Sonde einen Schlauch mit äußerer Halteplatte.
  • Ein Button hat außen nur einen "Knopf", an den bei Bedarf ein Schlauch angebracht wird.

Medikamentengabe

Bei Medikamenten ist gutes Spülen nach der Gabe wichtig, um Verstopfungen zu vermeiden. Viele Medikamente können durch Mörsern und Auflösen sondengängig gemacht werden. Kapseln kann man öffnen und den Inhalt mit Wasser auflösen. Bei Retardpräparaten, Dragees und Filmtabletten sollte man in der Packungsbeilage nach einem Hinweis suchen und im Zweifelsfall den Hersteller direkt kontaktieren. Präparate mit "multi pellets" (Mikrokügelchen) wie Antra mups® oder Nexium mups® dürfen nicht gemörsert werden. Sie verlieren ihre Wirkung dadurch.

PEG-Entfernung

Wenn die PEG nicht mehr benötigt wird, kann sie entfernt werden und das Stoma wächst ohne Operation wieder zu. Es verbleibt eine kleine Narbe.

Bei Erwachsenen und größeren Kindern reicht es, den Schlauch am Stoma abzuschneiden und die Halteplatte durch den Darm ausscheiden zu lassen. Bei kleineren Kindern besteht die Gefahr eines Darmverschlusses, sodass man zur Entfernung wieder den Weg der Endoskopie wie bei der Anlage wählt, um die abgeschnittene Platte zu bergen. Bei Austauschsonden erübrigt sich das Vorgehen.

weiterführende Links

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