Orthesen
From REHAkids Wiki
Orthesen sind Schienen, die den Fuß und/oder das Bein oder die Hand/den Arm in der richtigen Position halten, die es aufgrund der Behinderung sonst nicht hat. Bei den Orthesen gibt es ganz verschiedene Modelle, die je nachdem auch unterschiedlich getragen werden, zum Beispiel nur tagsüber oder/und während der Nacht, oder nur im Sitzen/Stehen, wenn von unten Druck da ist.
Die Verordnung einer Orthese erfolgt nach mehrmaliger Begutachtung durch den behandelnden Neuroorthopäden und evtl. weitere Ärzten. Daraufhin wird bei vielen Orthesenarten ein Gipsabdruck gemacht von den Körperteilen, die die Schiene "bedecken" sollte. Nach Vorlage dieses Gipsabdrucks wird dann eine Schiene hergestellt und nach Probetragen des Patienten weiter verbessert. Es ist eine Ausnahme, dass eine Schiene gleich auf Anhieb ohne Druckstellen oder Schmerzen passt.
Inhaltsverzeichnis |
Verschiedene Modelle für Fuß- und Beinorthesen
Nachtschienen
Diese Orthesen werden nur während der Zeit getragen, in der die Kinder schlafen oder im Bett liegen. Diese Zeit macht bei Kindern oftmals mehr als 50% des Tages aus. Die Bewegungsmöglichkeit der Füsse oder/und Beine sind dann etwas eingeschränkt, um einer Verkürzung entgegenzuwirken. Laufen ist darin nur bedingt möglich (ein Paar Schritte zur Toilette). Sie können bis zur Wade, bis zum Oberschenkel, oder darüber hinaus gehen. Sie können dazu dienen, ein Operationsergebnis zu erhalten, oder es gar nicht zu einer Fehlstellung kommen zu lassen. Diese Art der Schienen dürfen keine Druckstellen machen, denn die Kinder müssen damit schlafen können.Nachtlagerungsschale
Im Gegensatz zu Nachtschienen reichen Nachtlagerungsschalen bis zu den Hüften oder sogar darüber hinaus. Neben der Streckung der Achillesehene dient diese dazu vorallem die Beine zu strecken und wird daher auch Streckschiene genannt. Es gibt zum Einen Modelle, die in Stufen eingestellt werden können, wenn der Patient noch keine volle Streckung erreichen kann, welche dann langsam mehr gedehnt werden. Zum Andere gibt es aber welche ohne diese Einstellungsmöglichkeiten, die nur zur vollen Streckung genutzt werden - in der Regel um diese zu erhalten. Desweiteren haben Nachtlagerungschalen eine Spreitzhaltung der Beine, um die Abduktoren zu dehnen und/oder Hüftschäden vorzubeugen. Diese Modelle sind insbesondere bei Kindern unbeliebt, da kein oder kaum ein Lagerungswechsel in der Nacht möglich ist. Die Bewegungsmöglichkeiten darin, sind stark eingeschränkt bis nicht vorhanden.
Nancy-Hilton-Orthesen
Diese Schienen werden meistens während des Tages getragen und reichen bis über die Fußknöchel. Charakteristisch ist für sie das spezielle von Nancy Hilton entwickelte Fußbett. Diese Orthesen werden mit Überschuh getragen. Entweder mit handelsüblichen Modellen oder speziellen Orthesenschuhen.Ferarri Orthesen
Diese Orthesen gehen vom Fuß bis zu den Knien. Sie werden angewendet bei Verformungen des Fußes, Spitz- oder Klumpfuß oder wenn eine Lähmung vorliegt, damit der Fuß angewinkelt werden kann.
ALFA-Flex-Brace / Dennis-Brown)
Diese Schienen kommen ausschließlich bei Klumpfußkorrekturen zur Anwendung. Das Kind trägt die Schiene, nachdem die Gipsbehandlung abgeschlossen wurde, und evtl. eine Achillensehnenverlängerung bereits durchgeführt wurde. Das Kind trägt spezielle Sandalen und diese werden sehr weit nach aussen gedreht und auf einer speziellen Verbindungsschiene fest gemacht. Diese soll so breit sein wie die Schulterbreite.
Verschiedene Modelle für Handorthesen
Rigide Handorthesen
Rigide Orthesen sind steife Orthesen, die keine Elastiztät zulassen. Sie werden häufig bei spastischer Muskulatur (z.B. Hemiparese) mit abgeknicktem Handgelenk angewendet oder auch bei rheumatischen Erkrankungen, um Verformungen durch Gelenkentzündungen zu verhindern. Die Finger können frei liegen.
Softorthesen
Neben den rigiden Orthesen gibt es (sowohl für Fuß als auch Hand) so gennante Softorthesen. Diese sind elastisch und werden mehr im sportlichen Bereich z.B. zum Stütz oder nach leichteren Sportverletzungen angewendet. Im Bereich Rehabilitation finden sie in der Regel auf Grund meist fehlender Korrekturhaltung keine bis wenig Anwendung. Es kann aber auch hier Ausnahmen geben wie z.B Dynamics Competence Center.
Gründe für Orthesen
- Spitzfüße
- Kontraktur des Handgelenks
- Rheuma (gegen Verformung durch Entzündung)
- zur Erhaltung eines Operationsergebnisses
- Klumpfüße
- zu kurzen Sehnen oder Muskeln
- zu schwache Muskeln und Bänder
- Lähmungen
- sonstige Verformungen des Fußes oder der Hand



