Gebärden

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Gebärden unterstützen nicht- sprechende Menschen beim Spracherwerb oder können als Ersatz der Sprache dienen. Gebärden haben im Vergleich zu gesprochener Sprache den Vorteil, dass sie über mehrere Sinneskanäle aufgenommen werden können: So sind sie sicht- und fühlbar. Gebärden werden im Rahmen der Unterstützten Kommunikation stets lautsprachbegleitend verwendet, d.h. wichtige Wörter eines Satzes werden begleitend zum Sprechen gebärdet. Daher kann der Nutzer die Sprache sehen, fühlen und hören. Weiterhin ist es möglich, mit Handführung zu gebärden oder Gebärden langsamer zu wiederholen.

Es wurden verschiedene Gebärdensysteme entwickelt. Eine Auswahl wird im folgenden dargestellt:

"GuK": Die Gebärdenunterstützte Kommunikation wurde entwickelt von Etta Wilken, ursprünglich zur Förderung von Kindern mit Down- Syndrom. Wilken hat als Lernmaterial Karten erstellt, die häufige Begriffe beinhalten. Auf den Karten wird die Gebärde von einem gezeichneten Kind dargestellt, unter der Gebärde ist ein Bild und das Wort des Begriffs. Nachteil des Systems ist das eingeschränkte Vokabular (GuK 1 und 2 beinhalten nur 200 Begriffe). http://www.ds-infocenter.de/html/guk.html

"DGS": Die Deutsche Gebärdensprache ist die Sprache der Gehörlosen. Im Rahmen der Unterstützten Kommunikation werden nur die Gebärden, also die Vokabeln, nicht aber die Grammatik verwendet. Die Gebärden werden lautsprachbegleitend eingesetzt. Da sich die Gebärden analog zur gesprochenen Sprache ständig erweitern, ist das Vokabular nicht begrenzt. Um Gebärden zu lernen, gibt es verschiedene Lerns- CD- Roms, Bücher und Lexika. Besonders bekannt sind die "Blauen Bücher", ein Gebärdenlexikon, das in vier Bänden und als DVD erschienen ist. Hier werden die Gebärden von Erwachsenen in Form von Fotos dargestellt. http://www.verlag-hk.de/Lexika/lexika.html Für Kinder eignet sich insbesondere die CD- Rom "Tommys Gebärdenwelt". http://www.kestner.de/n/verlag/produkte/tommycd/tommycd-einfuehrung.htm

"Schau doch meine Hände an" wurde als Gebärdensammlung für Menschen mit geistiger Behinderung entwickelt. Bei diesen Gebärden wurde besonders darauf geachtet, dass die Gebärden auch für Menschen mit (fein-)motorischen Problemen ausgeführt werden können. Der neu erschienene Band enthält über 1000 Begriffe aus dem Alltagsbereich. Die Gebärden werden von Erwachsenen in Form von Fotos dargestellt. http://www.schau-doch-meine-haende-an.de/

"Makaton" enstand aus der british sign language und wurde ins Deutsche übertragen. Die Gebärden werden in Form von Zeichnungen dargestellt. http://www.makaton.org/

ISAAC setzt sich für die einheitliche Nutzung eines Gebärdensystems ein und rät zur Nutzung der DGS. Sollten Gebärden aufgrund motorischer Probleme nicht ausführbar sein, so sind individuelle Adaptierungen möglich. Durch die Wahl eines anderen Gebärdensystems werden Nutzer jedoch von vornherein in ihren Ausdrucksmöglichkeiten eingeschränkt.

Vorteil der Gebärden im Vergleich zu anderen Formen der Unterstützten Kommunikation ist die stetige Verfügbarkeit. Gebärden sind durch die körpereigene Ausführung stets "dabei" und nicht an technische Voraussetzungen gebunden. Durch die Möglichkeit des gemeinsamen Ausführens sind Gebärden auch für sehbehinderte und blinde Nutzer einsetzbar. Schwierigkeiten kann zum einen die motorische Ausführung bereiten, die durch individuelle Veränderungen angepasst werden sollten. Weiterhin können Nutzer Schwierigkeiten haben, sich Begriffe einzuprägen und zu merken. Hierfür können Gebärdenposter und -karten helfen, die mittlweile auch im Handel erhältlich sind. http://www.vonloeper.de/index1.html

Ein Nachteil ist, das Gebärden i.d.R. nur von Personen verstanden werden, die diese ebenfalls beherrschen. |

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