Fraser-Syndrom

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Das Fraser-Syndrom ist eine äußerst seltene Mutation, die bislang bei etwa 150 Kinder beschrieben wurde. Die Besonderheit geht hauptsächlich mit körperlichen Fehlbildungen einher. Viele der Kinder verstarben unter oder unmittelbar nach der Geburt da meist Kehlkopf -und Nierenfehlbildungen vorhanden waren.

Die Diagnose des Syndroms wird gestellt wenn zwei Hauptkriterien und ein Nebenkriterium oder ein Hauptkriterium und vier Nebenkriterien vorhanden sind:

Hauptkriterien

Kryptophthalmus (Fehlen der Lidspalten mit schwerer Mikrophthalmie oder Anophthalmie)
Syndaktylie
Urogenitalfehlbildungen
fehlende oder fehlgebildete Tränengänge

Nebenkriterien, weitere Fehlbildungen

Fehlbildungen von Ohrmuscheln und Mittelohr, Lippen -und Gaumenfehlbildungen, Fehlbildungen der Nase und entlang der Zungen-Mittellinie, Hypertelorismus, Kehlkopfstenose, Kehlkopfatresie, weit getrennte Schambein-Symphyse, Verlagerung von Nabel und Mamillen, Mesenterium communis, fehlende oder polyzystische Nieren, fusionierte Labien, Fehlbildungen der Geschlechtsorgane, Omphalocele

Geschichte

Dr. George Fraser diagnostizierte dieses Syndrom erstmalig 1962. In den folgenden Jahren bezeichneten sie es als Kryptophthalmus-Syndrom. Viele Ärzte meldeten weitere Fälle und viele Studien wurden durchgeführt. Da dieses Syndrom häufig in Verbindung mit Syndaktylien auftritt, wurde es auch als Kryptophthalmus-Syndaktilie-Syndrom bezeichnet. Des Weiteren ist das Fraser Syndrom ebenfalls bekannt als Meyer-Schwickerath's syndrome, Fraser-François syndrome und Ullrich-Feichtiger syndrome.


Dr. Victor A McKusick benannte dieses Syndrom im Jahre 1966 letztlich nach seinem Erstbeschreiber als Fraser Syndrom.

Im Jahre 1986 wurde bekannt, dass der Kryptophthalmus mehrfach auch ohne weitere Fehlbildungen aufgetreten war,folglich wurde dieser nun isolierter Kryptophthalmus genannt.

Rückblickend auf 124 in der Literatur festgehaltene Fälle erfüllten 86 Patienten die Kriterien für das Kryptophthalmus-Syndroms, 27 Patienten für die Diagnose isolierter Kryptophthalmus und 11 Patienten konnten nicht zugeordnet werden.

Beschreibung

Das Fraser Syndrom ist ein seltenes Syndrom, welches mit diversen körperlichen Fehlbildungen einher geht. Die meisten betroffenen Menschen weisen keine kognitiven Beeinträchtigungen auf, weltweit sind bislang ca. 150 Fälle beschrieben.
25% der betroffenen Kinder werden tot geboren und 20% sterben im ersten Lebensjahr an den Folgen der Kehlkopf- und Nierenfehlbildungen. Ohne diese Fehlbildungen ist die Lebenserwartung fast wie üblich. 15% aller Eltern sind konsanguin. In den meisten Fällen erfordern die Kehlkopfanomalien eine Tracheotomie während oder unmittelbar nach der Geburt. Diese kann jedoch nach einigen Jahren, je nach Art der Fehlbildung, wieder verschlossen werden, sofern es möglich ist, die Funktion des Kehlkopfes operativ wieder herzustellen.
Das Fraser Syndrom kann sich mittels Feinultraschall ab der 18. Schwangerschaftswoche feststellen lassen sofern z.B. die Symptome Syndaktylie und echogene Lungen vorhanden sind. Die echogenen Lungen entstehen u.a. durch Larynxatresie, diese verhindert den Rückfluss der sich stetig bildenden Flüssigkeit in den Lungen, so dass sich die Flüssigkeit staut, und wird auch fetales CHAOS genannt. CHAOS steht hierbei für Congenital High Airway Obstruction Syndrome (Verengung der oberen Atemwege). Die Schwere der Behinderung lässt sich pränatal nicht feststellen. Eine Forschergruppe in London befasst sich mit diesem Syndrom. Das Gen für das Fraser-Sydrom wurde 2004 in der Region 4q21 lokalisiert, das Syndrom wird autosomal rezessiv vererbt.

Im Jahr 2005 hat die Londoner Forschergruppe das Vorkommen einer kognitiven Behinderung in direktem Zusammenhang mit dem Fraser Syndrom revidiert und plant, dieses Kriterium aus der Syndrombeschreibung heraus zunehmen.

Weblinks

  • Florina`s Page Private Homepage eines Mädchens mit Fraser Syndrom (Englisch)
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