Epilepsie
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Epilepsie ist das plötzliche Auftreten von gleichzeitigen Entladungen von Nervenzellen. Die Art, der Ort, die Stärke, usw. der Entladungen führen zu unterschiedlichen Ausprägungen von äußerlich sichtbaren Krampfanfällen. Man kann es sich vorstellen, wenn man es mit einem Gewitter am Himmel vergleicht. Zum Zeitpunkt, in dem ein epileptischer Anfall beginnt, entladen sich viele Nervenzellen gleichzeitig und verursachen somit einen Anfall. Durch diese nicht kontrollierbaren Entladungen werden Befehle im Körper ausgesendet, was zu Krämpfen, Speichelfluss, Einnässen, Erbrechen, Lautäußerungen, Zuckungen, Körperdrehungen, Wahrnehmungsstörungen u.a. führen kann.
Man spricht von einer Erkrankung an Epilepsie, wenn zwei solcher Anfälle aufgetreten sind.
Inhaltsverzeichnis |
Ursachen
Die Ursachen werden eingeteilt in:
- Vererbung
- Kopfverletzungen
- Hirntumoren
- Durchblutungsstörungen des Gehirns
- idiopathisch: Die Ursache ist (vermutlich oder nachgewiesen) anlagebedingt
- symptomatisch: Die Ursache liegt in einer Hirnveränderung (Fehlbildung, Schädigung, usw.)
- kryptogen: Die Ursache ist unklar.
Diagnostik
- Beobachtung und Beschreibung der Anfälle
- EEG: Wach-EEG, Schlaf-EEG, Schlafentzugs-EEG, 24h-EEG, usw.
- Bildgebende Diagnostik zur Ursachensuche
- Neuropsychologie zur Beurteilung von Mitbeteiligung psychischer Prozesse
- Blutuntersuchungen, z.B. Bestimmung von Prolaktin direkt nach einem Anfall
Epilepsieformen
Grundsätzlich einteilen kann man in fokale und primär generalisierte Anfälle. In einer dritten Gruppe sind Anfälle, die nicht sicher zuzuordnen sind.
fokale Anfälle
Fokale oder partielle Anfälle beginnen an einem bestimmten Punkt im Gehirn. Es kann fokal bleiben, sich aber auch auf das ganze Gehirn ausbreiten, was dann sekundär generalisiert genannt wird. Man erkennt einen partiellen Anfall daran, dass er mit nur einzelnen Bereichen beginnt, z.B. nur ein rechter Arm oder mit einer sogenannten Aura, ein Gefühl, das durch einen Anfall in einem bestimmten Hirnbereich entsteht. Es muss aber nicht immer den gleichen Ausgangsort haben. Fokale Anfälle werden noch unterteilt in einfach fokale und komplex fokale Anfälle. Bei einfach fokalen Anfällen ist das Bewußtsein erhalten. Bei komplex fokalen Anfällen ist das Bewusstsein eingeschränkt bzw. gar nicht mehr vorhanden.
idiopathisch
- Rolando-Epilepsie - Gutartige Epilepsie des Kindesalters mit zentro-temporalen Spikes
- Primäre Leseepilepsie
- Epilepsie des Kindesalters mit okzipitalen Paroxysmen (Panayiotopoulos-Syndrom)
symptomatisch oder kryptogen
Diese sind abhängig von der Lokalisation der Hirnveränderung z.B.
generalisierte Anfälle
Idiopathisch
- Benigne familiäre Neugeborenenkrämpfe
- Benigne Neugeborenenkrämpfe
- Benigne myoklonische Epilepsie des Kleinkindalters (Pyknolepsie)
- Absence-Epilepsie des Kindesalters
- Juvenile Absence-Epilepsie
- Juvenile myoklonische Epilepsie (Janz-Syndrom)
- Aufwach-Grand-mal-Epilepsie
- Reflexepilepsien - Epilepsien mit spezifisch ausgelösten Anfällen
Kryptogen oder symptomatisch
- West-Syndrom
- Lennox-Gastaut-Syndrom
- Epilepsie mit myoklonisch-astatischen Anfällen
- Epilepsie mit myoklonischen Absencen
Epilepsien, die nicht als fokal oder generalisiert einteilbar sind
- Neugeborenenkrämpfe
- Dravet-Syndrom - Schwere myoklonische Epilepsie des Kindesalters
- Epilepsie mit anhaltenden spike-wave-Entladungen im synchronisierten Schlaf
- Aphasie-Epilepsie-Syndrom
Spezielle Syndrome
- Fieberkrämpfe
- Isolierte Anfälle
- Ausschließlich bei akuten Ereignissen auftretende Anfälle (z.B. bei Eklampsie, Drogenentzug, Enzephalitis, usw.)
Status epilepticus
Ein Status epilepticus ist ein lang andauernder Anfall bzw. eine Serie von Anfällen, deren Abstände so kurz sind, dass dazwischen das Bewusstsein nicht wiedererlangt wird.
Therapie der Epilepsie
Antiepileptika
Antiepileptika (oder auch Antikonvulsiva] sind Medikamente, die durch unterschiedliche WIrkmechanismen am Gehirn angreifen und die Entstehung und Ausbreitung von Anfällen verringern. Man unterscheidet Notfallmedikamente wie Diazepam, Clonazepam, Lorazepam oder Chloralhydrat von einer medikamentösen Dauertherapie. Die Suche nach einer zufrieden stellenden Medikation gestaltet sich meist langwierig und schwierig. Es ist zum Teil ein Ausprobieren, weil nicht vorhersagbar ist, ob bei dem jeweiligen Menschen die erwünschte Anfallsfreiheit oder -reduktion gelingt und unterschiedlich starke Nebenwirkungen auftreten, die auch immer individuell toleriert werden oder nicht. Folgende Wirkstoffe sind aktuell auf dem Markt:
- Carbamazepin
- Ethosuximid
- Felbamat
- Gabapentin
- Lamotrigin
- Levetiracetam
- Mesuximid
- Oxcarbazepin
- Phenobarbital
- Phenytoin
- Pregabalin
- Primidon
- Sultiam
- Tiagabin
- Topiramat
- Valproat
- Vigabatrin
- Zonisamid
Sonstige therapeutische Möglichkeiten
- ACTH-Therapie
- Brom-Therapie
- Epilepsie-Chirurgie
- Homöopathie
- Ketogene Diät
- Kortison-Stoß-Therapie
- Vagusnervstimulation
Links
Links ins Forum
weiterführende Links
- ausführlicher Beitrag bei Wikipedia.de
- Epilepsie-Forum für Betroffene und Angehörige
- Das Epilepsie-Netzwerk
